Vorsicht: Bilder sind grausam
Die Tage wurde unsere Natasha von einer anderen Tierschützerin angerufen, diese hätte gerade eben einen Anruf bekommen, dass in der Straße, wo die beiden Straßentiere versorgen, Hunde vergiftet worden sind. Sie soll bitte sofort hinfahren und nachsehen. Natasha fuhr sofort nach Chisinau und sah einen vergifteten braunen Hund, der sich ständig erbrach. Die Mutter von der anderen Tierschützerin brachte Natasha sofort Medizin, die sie immer griffbereit zusammengestellt haben. Natasha gab der Hündin sofort Injektionen gegen das Gift. In der Zwischenzeit kamen noch andere Tierschützer und auch einige Männer dazu, die alle Natasha geholfen haben. Die braune Hündin hatte schlimme Krämpfe, Schaum vor dem Maul und schrie ganz fürchterlich.
Dann kam eine Frau dazu und sagte, dass ein paar Häuser weiter noch ein vergifteter Hund liegt. Natasha nahm die Medizintasche und ging mit der Frau zu dem Hund. Sie gab dem schwarzen Hund die Injektionen und Männer hoben den Hund auf, der auch schlimme Krämpfe hatte. Dann kam noch eine Ärztin dazu und half Natasha mit den Injektionen. Ira – sie hat auch ein Tierheim nahe Chisinau – hat dann ein Auto geschickt und die 2 Hunde wurden in ihr Heim gebracht. Unser Tierarzt Artiom fuhr sofort hin und begann gleich mit der Behandlung der Hunde. Derzeit sind beide Hunde noch am Leben, aber der braunen Hündin geht es sehr schlecht und wir wissen nicht, ob sie den feigen Anschlag überleben wird.
Am nächsten Tag haben sie noch einen vergifteten Hund gefunden, der trotz sofortiger Behandlung noch vor Ort verstarb.
Wir alle wissen, dass das Problem der Straßenhunde in Moldawien schlimm ist. Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass die Menschen endlich aufwachen und ihre Tiere und auch die zutraulichen Straßentiere zum kastrieren bringen. Leider wird das immer noch nicht so angenommen. Gerade jetzt im Frühjahr werden wieder zig Welpen auf die Welt kommen in einem Land, wo sie nicht erwünscht und nichts wert sind. Aber dieses Problem mit solchen Vergiftungsaktionen zu bekämpfen, ist so was von brutal und feige. Die vergifteten Tiere sterben einen grausamen Tod, liegen oft 2 – 3 Tage mit schrecklichen Schmerzen auf der Straße, haben Krämpfe, erbrechen und schreien vor Schmerz. Und viele Menschen gehen einfach an so einem sterbenden Tier vorbei. Aber vor jeder Kirche wird sich bekreuzigt. So viel Falschheit. Ich glaube nicht, dass ein Gott, an wen immer Sie glauben, so etwas für gut heißen wird.
Das einzig Gute an der Geschichte ist, dass wir dadurch gesehen haben, dass endlich doch mehr Menschen nicht einfach vorbeisehen und dass sogar fremde Männer mitgeholfen haben, die Tiere zu retten. Und auch, dass die Tierheime langsam anfangen, sich nicht mehr zu bekämpfen, sondern zusammenhalten. Natasha, Ira und Artiom sowie die vielen anderen Menschen haben tolle Arbeit gemacht. Wir hoffen so sehr, dass beide Hunde es schaffen. Ich muss da an unsere Cassy denken, die ja auch schon in einem fortgeschrittenen Stadium der Vergiftung gefunden wurde, eine Auge dadurch verlor und heute trotzdem eine glückliche Familienhündin, die von ihrer Familie heiß geliebt wird und auch wieder diese Liebe zurückgeben kann, geworden ist. Diese Wesen sind so unbeschreiblich toll, ohne Falsch und können uns Menschen immer wieder verzeihen. Ich bete jeden Tag dafür, dass endlich diese Brutalitäten beendet werden………..
31.03.16: Natasha hat heute die beiden im Heim besucht. Dem schwarzen Hund geht es schon viel besser, er kann wieder stehen, nimmt Nahrung zu sich und trinkt auch. Leider geht es dem braunen Hund nicht gut, er kann nicht stehen und verweigert auch alles. Sein Sehvermögen ist wohl auch sehr eingeschränkt. Aber er wird weiter behandelt und wir hoffen natürlich, dass es die Fellnase auch schafft.
Leider wurde in der Straße schon wieder ein vergifteter Hund gefunden, für ihn kam jede Hilfe zu spät.
05.04.16: Die braune Hündin hat überlebt, es geht ihr besser. Aber da sie täglich medizinisch versorgt werden muß, ist sie heute in unser Heim umgezogen. Willkommen, Mäuschen, wir hoffen, dass es dir bald gut geht und du dich in unserer Casa wohlfühlst!


















